Jede Frage eines Assistenten verbraucht eine begrenzte Ressource: deine Bereitschaft, unterbrochen zu werden. Zu selten gefragt, versteinern mehrdeutige Notizen; zu oft, und die Funktion wird abgeschaltet. Die Designfrage ist nicht, wie man fragt — sondern wann eine Frage ihre Kosten verdient.
Wann eine Frage ihren Platz verdient
Die starken Fälle teilen zwei Eigenschaften: Die Unklarheit wird später zählen, und nur der Autor kann sie auflösen.
- Ein unauflösbarer Verweis in einer Notiz mit wahrscheinlicher Zukunft: „frag ihn“ — drei Kandidaten.
- Eine Zusage ohne Verantwortlichen oder Datum: ein Versprechen, das nicht sicher zur Aufgabe werden kann.
- Ein Widerspruch zu früheren Notizen: Heutiges kippt Letztmonatiges — was gilt?
- Medien ohne Zweck: ein gespeichertes Foto, dessen Grund in einer Woche weg ist.
Wann Schweigen richtig ist
Die meisten Notizen verdienen gar keine Frage. Sie zu befragen macht aus einem Gedächtniswerkzeug eine Pflicht.
- Die Antwort lässt sich aus vorhandenen Notizen oder offensichtlichem Kontext ableiten.
- Der Einsatz ist gering: ein flüchtiger Gedanke, ein Einkaufsposten.
- Der Nutzer erfasst gerade — den Akt des Schreibens oder Aufnehmens nie unterbrechen.
- Zu dieser Notiz wurde schon gefragt. Eine Frage pro Notiz.
Nie währenddessen, selten danach — und der Nutzer trainiert die Schwelle
Der richtige Moment ist ein ruhiger: bald nach der Erfassung, aber nie in ihr — eine stille Warteschlange statt eines Pop-ups, das den Gedanken kapert. Jede verworfene Frage ist Feedback, dass die Latte zu niedrig lag; jede beantwortete bestätigt sie. Ein Assistent, der aus ignorierten Fragen nichts lernt, wird am Ende selbst ignoriert.
Frag nur, was die Zukunft braucht, was allein der Autor weiß, nur einmal und nie mitten im Gedanken. Jede Frage, die diesen Test nicht besteht, ist Reibung mit hilfsbereiter Maske.